Genom. Zuchtwert Änderung von Zuchtwerten

Wie häufig ist mit Änderungen bei Zuchtwerten von Kanidaten zu rechnen?

Hucos Sohn GS Huxoy (geb. 2004)

In der genomischen ZWS wird derzeit ein zweistufiges Verfahren angewendet: Zunächst werden Markereffekte aus der Kalibrierungsstichprobe geschätzt. Diese Kalibrierungsstichprobe umfasst eine möglichst große Anzahl von Stieren (derzeit bei Braunvieh je nach Merkmal 4.000-5.000) mit genauen konventionellen Zuchtwerten aus der Nachkommenprüfung. Wie bei jeder Zuchtwertschätzung kommt es aufgrund der Verwandtschaftsbeziehungen zu gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen den gdZW- Schätzwerten der Stiere in der Kalibrierung. Genomische Zuchtwerte der Tiere in der Kalibrierung werden 3-mal pro Jahr, nach jeder konventionellen Zuchtwertschätzung, neu berechnet. In der zweiten Stufe des Verfahrens werden 11-mal pro Jahr genomische Zuchtwerte von Tieren ohne eigene Töchterinformation geschätzt. Die Schätzwerte hängen bei dieser Gruppe ausschließlich von den Tieren der Kalibrierungsstichprobe auf Basis der Ähnlichkeit anhand genetischer Markerdaten ab. Kandidaten beeinflussen sich untereinander nicht, weshalb auch nur 3-mal pro Jahr mit Änderungen der genomischen Zuchtwerte bei Kandidaten zu rechnen ist, also immer dann, wenn die Kalibrierung neu geschätzt wird.

 

Autor: Dr. Hermann Schwarzenbacher, ZuchtData